Für das Jahr 2026 plant Art Obscura e. V. das einjährige Kunstprojekt „großARTig“. Das Vorhaben orientiert sich am zentralen Thema, was „großARTig“ im Kontext von Kunst und Gesellschaft bedeutet. Dabei werden Fragen wie diese erkundet: Was macht etwas „großartig“? Wodurch entsteht Größe – in Gedanken, Taten oder Kunst? Welche Rolle spielen Perspektiven: Kann das Kleine großartig sein, das Große unbedeutend? Wer entscheidet, was großartig ist – ich selbst oder andere? Ist etwas großartig, weil es beeindruckt, berührt oder verändert? Diese und weitere Fragen werden durch verschiedene künstlerische Ansätze in den Bereichen bildende und darstellende Kunst sowie Musik erarbeitet.
Das Projekt umfasst Workshops und Veranstaltungen in Mülheim an der Ruhr zu Malen, Zeichnen, Land Art, Theater, Klang, Rhythmus und Fotografie. Über das Jahr verteilt finden Tagesworkshops und Abendveranstaltungen statt, in denen Teilnehmende künstlerisch tätig werden und Ergebnisse präsentieren. „großARTig“ richtet sich an kunstinteressierte Menschen mit und ohne Behinderung und bietet die Möglichkeit, gemeinsam kreativ zu arbeiten und sich künstlerisch weiterzubilden.
Ein zentraler Nutzen für Menschen mit Behinderung liegt darin, erste künstlerische Erfahrungen zu sammeln, Fähigkeiten zu festigen und individuelle Stärken zu entdecken. Durch gezielte Förderung wird das Selbstbewusstsein gestärkt und künstlerische Ausdrucksformen jenseits traditioneller Angebote erprobt. Die Wertschätzung und Sichtbarmachung ihrer Leistungen steht im Mittelpunkt, da sie im kulturellen Leben oft unterrepräsentiert sind.
Das Projekt wirkt direkt in den Sozialraum Mülheim an der Ruhr: Öffentliche Präsentationen, Installationen und Aufführungen machen Kunst für alle Bürger:innen erlebbar und schaffen Begegnungsräume. Dies fördert den Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, stärkt den sozialen Zusammenhalt und erhöht die Wahrnehmung von Inklusion und Vielfalt in der Stadtgesellschaft.
„großARTig“ setzt sich aktiv für den Abbau von Barrieren ein. Alle Angebote werden barrierearm gestaltet, Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, Materialien und Methoden für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zugänglich. Durch die gemeinsame Arbeit werden Vorurteile abgebaut und Berührungsängste reduziert.
Die kulturelle und soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderung wird nachhaltig verbessert. Sie werden als aktive Gestalter:innen der Stadtkultur sichtbar, erleben Selbstwirksamkeit und stärken ihr individuelles Selbstvertrauen. Dies fördert die gesellschaftliche Anerkennung ihrer künstlerischen und persönlichen Potenziale.
Um die Wirkung über 2026 hinaus zu sichern, werden Methoden, Materialien und Erfahrungen dokumentiert. Der Ausbau von Kooperationen mit lokalen Kultur- und Bildungseinrichtungen sollen die inklusive künstlerische Arbeit langfristig in Mülheim verankern. Die entstandenen Netzwerke bilden die Grundlage für weitere gemeinsame Vorhaben.
„großARTig“ ist somit ein Beitrag zur inklusiven Stadtgesellschaft, zur Stärkung der kulturellen Teilhabe und zur Sichtbarmachung der künstlerischen Potenziale aller Menschen. Durch die Verbindung von künstlerischer Praxis, sozialer Wirkung und nachhaltiger Verankerung leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Mülheim an der Ruhr.